Zytglöggeler – Farm der Tiere

Schauspiel 
Fr, 29. April 2022
Beginn: 20:00
Ende: 22:00

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Wenn es um Macht geht, ist der Sinn für Gerechtigkeit weg. G. Orwell
Autor

George Orwell gilt als der einflussreichste englische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Seine Romane «Farm der Tiere» und «1984» machten ihn weltberühmt.«Farm der Tiere» schrieb Orwell 1945 aufgrund seiner Erfahrungen im Spanischen Bürgerkrieg. Er glaubte ganz tief im Herzen an die sozialistischen Ideale und fühlte sich deshalb durch den Stalinismus verraten. Die Grundidee zu diesem Buch kam Orwell als er sah, wie ein Junge ein riesiges Zugpferd einen schmalen Pfad entlangtrieb und es immer wieder schlug, wenn es vom Pfad abwich. Er sagte sich, wenn solche Tiere sich ihrer Kraft bewusst würden, hätten wir Menschen keine Macht über sie. Und er fand, dass die Menschen die Tiere in ziemlich derselben Weise ausbeuten wie die Reichen das Proletariat.

Inhalt

Auf einer Farm in England kommt es zu einer Rebellion der Tiere gegen ihren Besitzer. Nach dessen Flucht übernehmen alle Tiere gemeinsam die Farm. Grosse Erleichterung und freudige Hoffnung auf Gleichberechtigung, würdevolles Dasein und gemeinsamen Besitz treiben die Tiere zu grossen Leistungen an. Doch sehr bald bauen die Schweine ihre subtil erarbeitete Machtstellung aus und alles wird wie es war, einfach mit anderer Besetzung.

Gedanken zur Inszenierung

Wir leben in einer Zeit des politischen Aufbruchs. Krisen, wie Pandemien, Hungersnöte, Arbeitslosigkeit, Krieg, legen soziale Ungerechtigkeiten offen, und die Menschen versuchen sich gegen die autokratischen Regierungen aufzulehnen und fordern ihre Rechte und Menschenwürde. Leider meistens ohne Erfolg, weil sie durch die Staatsführer mit Gewalt mundtot gemacht werden. Die Hoffnung und der Mut dieser Menschen sich gegen diese Regierungen auch unter Androhung schwerer Strafen aufzulehnen, berühren mich und ich bewundere zutiefst ihre Zivilcourage. Wir leben in einer Zeit, wo Missstände aufgedeckt werden wollen. Dieses Stück ist ein Betrag dazu.

Es geht um die Offenlegung eines Systemwandels hin zur Diktatur. Diese Sezierung interessiert mich. Welche Kraft hat Hoffnung? Wie setzten sich Machtstrukturen durch? Warum konzentriert sich immer wieder alles auf Macht? Alles eher tragisch. Aber weil wir in diesem aussergewöhnlichen Setting von Bauernhof und Tiercharakteren sogar heutige Autokraten erkennen können, ist es auch immer wieder sehr komisch und lustig. Auch wurde die Form der «Fake-Kultur» schon damals rege benutzt. Dieses Stück ist 76 Jahre alt und immer noch hoch aktuell, eigentlich zeitlos.

Orwell hat diese Geschichte in ein Tiermärchen verpackt, vielleicht wollte er die Erwachsenen zum Staunen bringen, wie wenn sie Kinder wären. Jedes Tier steht für eine politische Persönlichkeit oder für eine soziale Gruppe. So ist der Eber «Napoleon» Stalin, der alte Ackergaul «Boxer» ist der einfache Arbeiter, «Mathilda»die Ziege steht für die kritische Genossin. Unser Herz schlägt für die Arbeitstiere auf dieser Farm. Sie symbolisieren das «Volk». Sie sind es, welche die Hoffnung dieser Geschichte tragen und verlieren. Man kämpft, lacht und weint mit ihnen, man liebt sie.

Mit der Kraft der Hoffnung auf eine neue, gerechtere Welt beginnt das Stück «Farm der Tiere». Lassen wir uns mitreissen!

Weitere Infos: https://www.zytgloeggeler.ch/aktuelles